Pressemitteilung vom 27. Oktober 2005
 
 
Solarboom von unten in Ainring
In Deutschland gibt es schon mehr als 250 Solarinitiativen. Das private Engagement soll die Energiewende in Schwung bringen. Ein Bericht von Katharina Wolf
 
 

Für Hermann Schubotz, begann alles mit einem Spielzeug. Der Webdesigner aus dem bayerischen Ainring hatte sich 1992 einen Mini-Rotor gekauft, der von einer Solarzelle betrieben wurde. „Der drehte sich immer, ob die Sonne schien, es neblig war und sogar bei Regen. Nur nachts stand er still", erinnert sich Schubotz.

So sei ihm klar geworden, dass die Sonne unendlich viel ungenutzte Energie zur Verfügung stellt - und er beschloss, diese künftig zu nutzen. Mit seiner Idee war er nicht allein, und so fanden sich etliche Umwelt-interessierte in der oberbayerischen Kleinstadt zusammen. Sie gründeten eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die mittlerweile drei Solaranlagen mit insgesamt 38 kWp auf kommunalen Gebäuden errichtet hat.

Solarboom in Ainring/Bayern

Die Zahl der Gesellschafter ist gering — 17 Aktive sind dabei. Um das nötige Geld zusammen zu bekommen, verkaufte die Bürgersonnenkraftwerk Ainring GbR Solarbausteine, das Stück zu 500 Euro. „Rund 70 Förderer haben wir gefunden, denen wir für ihr Geld eine Rendite von drei Prozent garantieren", erläutert Schubotz das Geschäftsmodell. „Es geht uns nicht in erster Linie ums Geldverdienen". betont er. Stattdessen wollen die Aktiven die Idee der erneuerbaren Energien verbreiten und das Bewusstsein schaffen, dass jeder an der Energiewende mitarbeiten kann.

Deshalb gibt es Infomations-veranstaltungen, bei denen Besitzer von Solaranlagen oder Pellets-heizungen ihre Häuser öffnen, Vorträge, Solarbastel-nachmittage für Kinder und den Juniorsolarbaustein für 100 Euro, der nur an Kinder und Jugendliche — oder an die, die sie ihnen schenken - vergeben wird.

„Wir wollen ein Vorbild sein", sagt Schubotz. Pläne, die Solarenergie-nutzung weiter auszubauen, gibt es auch schon, wenn auch erst im Anfangsstadium. Die Initiative möchte über die kommunalen Grenzen aktiv werden und weg kommen von den kommunalen Dächern. Stattdessen soll versucht werden, Flachdächer von Firmen, Altersheimen oder Wohnungsbau-genossenschaften zu pachten.


Die Solarstrom-Anlage des Bürgersonnenkraftwerkes Ainring auf dem Dach der Sporthalle in Ainring-Mitterfelden wurde Ende 2001 errichtet.

So wie die Bürgersonnenkraftwerk Ainring GbR sehen viele der zahlreichen Solarinitiativen in Deutschland aus, die sich zusammen-schliessen, um ihren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Wie viele es genau sind, kann niemand sagen.

Eine Studie von Regio Solar, ein Projekt, das die regionale Nutzung der Solarenergie fördert, untersucht 250 Initiativen in Deutschland. In der Datenbank sind fast 300 verzeichnet, die meisten in Bayern und Baden-Württemberg. Im Süden Deutschlands begann die Geschichte der Bürgersolaranlagen:

1989 ging die erste von einer privaten Initiative erbauten PV-Anlage im Saarland ans Netz. Doch erst das Stromeinspeise-gesetz und die Kostendeckende Vergütung lösten den politisch gewollten Solarboom von unten aus.

Die Initiativen entstehen laut Regio Solar oft aus dem Bedürfnis, selbst etwas für den Umweltschutz zu tun. Katalysatoren sind dabei oft, aber nicht immer lokale Agenda 21-Gruppen, Umweltschutz-beauftragte oder Energieberater.

Fortsetzung Solarboom von unten in Freiberg

 
 
Solarboom von unten in Ainring, Freiberg, Berlin.
aus Erneuerbare Energien, das unabhängige Monatsmagazin für die Zukunftsenergien,
Ausgabe 11, November 2005 (15.Jahrgang)
 
 
 
 
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