Pressemitteilung vom 22. Dezember 2010
Kohlekraftwerk Brunsbüttel vor dem Aus
Betriebsgenehmigung für das Atomkraftwerk Brunsbüttel abgelaufen.Spritpreise auf Allzeithoch - Peak Oil bereits überschritten
  Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Inhalt
- Kohlekraftwerk Brunsbüttel vor dem Aus
- Betriebsgenehmigung für das Atomkraftwerk Brunsbüttel abgelaufen
- Spritpreise auf Allzeithoch - Peak Oil bereits überschritten

Kohlekraftwerk Brunsbüttel vor dem Aus

Mit Südweststrom zieht sich erneut ein Investor für das Kohlekraftwerk in Brunsbüttel zurück. Nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung diskutiert die Stadtwerkegemeinschaft gerade den Ausstieg oder gar die Abschreibung der Beteiligung am Kohlekraftwerk Brunsbüttel.

Damit steht das Kohlekraftwerk Brunsbüttel vor dem Aus. Die rasch gestiegenen Investitionskosten, steigende Kohlepreise sowie die CO2-Zertifikatspreise und erwartbar geringen Nutzungsstunden im Umfeld von Offshore-Windparks haben dem Projekt von Beginn an entgegen gestanden.

Mitverantwortlich sind aber auch die Beschlüsse von CDU/CSU und FDP im Energiekonzept der Bundesregierung. Mit der Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke werden die großen Energiekonzerne einseitig wirtschaftlich bevorteilt. Stadtwerke sehen darin zurecht eine erhebliche Benachteiligung für eigene Investitionen, wie die ins Kohlekraftwerk Brunsbüttel, genauso wie in Erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung. Dies sei auch der Grund, weshalb kürzlich eine andere Gruppe von Stadtwerken beschlossen habe, Beschwerde wegen Wettbewerbsverzerrung und einseitiger Bevorzugung der Atomkonzerne vor der EU-Kommission einzureichen.


Betriebsgenehmigung für das Atomkraftwerk Brunsbüttel abgelaufen

Auch das Atomkraftwerk in Brunsbüttel steht vielleicht vor seinem Aus. Ein juristisches Gutachten der Grünen im Schleswig-Holsteinischen Landtag zeigt, dass nach Bundesimmisionsschutzgesetz die Betriebsgenehmigung für das Kernkraftwerk erloschen ist, weil die Anlage länger als drei Jahre stillsteht. Eine neue Genehmigung wäre aber bei dem völlig veralteten Atommeiler vollkommen ausgeschlossen, was auch Vattenfall weiß.

Daher widerspricht Vattenfall dem Gutachten. Für Vattenfall steht viel auf dem Spiel: Der Energiebetreiber hat bereits trotz der vielen Pannen seit 2007 mehr als 300 Millionen Euro in das Pannen-AKW investiert. Bislang hoffte Vattenfall, dass nächstes Jahr alle juristischen Voraussetzungen für ein Wiederanfahren erfüllt seien. Dies steht jetzt mehr denn je in Frage.

Ohne Klärung der Rechtslage sollte das Kraftwerk, das nicht gegen terroristische Angriffe gerüstet ist und mit Abstand die Pannenstatistik der AKWs in Deutschland anführt, nicht wieder ans Netz dürfen. Das wäre absolut unverantwortlich!

Link zum Gutachten:
http://www.sh.gruene-fraktion.de/cms/files/dokbin/365/365810.gutachten_ziehm_akw_brunsbuettel.pdf

Kleine Anfrage der Grünen in S.-H. zur Auslastung AKW Brunsbüttel:
www.hans-josef-fell.de/content/index.php?option=com_docman&task=doc_download&gid=489&Itemid=108


Spritpreise auf Allzeithoch - Peak Oil bereits überschritten

Rechtzeitig zu den Feiertagen und dem Weihnachtsreiseverkehr steigen auch dieses Jahr die Spritpreise auf einen neues Rekordhoch. Auch der ADAC spricht davon, dass Benzin noch nie so teuer war wie in diesem Jahr und rechnet mit einem Allzeithoch der Benzinpreise bis zu 1,60 Euro pro Liter.

Vermeintlich Schuld an diesem Preishoch sei die Preistreiberei der Tankstellen und Ölkonzerne bei steigendem weihnachtlichen Verkehr. Doch der wahre Grund sind vor allem der horrenden Rohölpreise mit über 90 US Dollar pro Barrel. Der Ölpreis steht faktisch auf einem Allzeithoch in einem Dezember und weit über den Dezemberpreisen des Ölpreisrekordjahres von 2008.

Zurückzuführen ist das auf den Peak Oil, also den Zeitpunkt, zu dem das globale Ölfördermaximum erreicht ist. Dieser wurde bereits im Jahr 2006 überschritten. Die Verknappung der Ölressource treibt also die Preise weiter nach oben, falls nicht schnell Alternativen wie reine, nachhaltige Biokraftstoffe und Elektroautos kommen. Doch die schwarz-gelbe Regierung tut genau das Gegenteil: Die zu hohe Besteuerung reiner Biokraftstoffe hat deren Markt zerstört und die große Elektroauto-Initiative bleibt bisher eine Blase voller Ankündigungen. Auch die Programme für Ökoheizungen wurden zurückgeschraubt; Mieter und Hausbesitzer werden mit gleichzeitig steigenden Heizölpreisen alleine gelassen. Der dringend notwendige Systemwandel ist längst überfällig. Auch hier bleibt Schwarz-Gelb eine Koalition der leeren Versprechungen mit gegenteiligen Handlungen.

Berlin, den 22.12.2010

Ihr Hans-Josef Fell MdB, Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen

Platz der Republik 1, 11011 Berlin

Telefon: 030 - 227 72 158, Fax: 030 - 227 76 369

http://www.hans-josef-fell.de, Bei mir werden Erneuerbare Energien groß geschrieben!

 
____
zurueck
Umwelt-Webdesign-21, Nachrichten aus Agenda21 Umwelt Natur Energie Photovoltaik Solar und Klima
Web: www.umwelt-webdesign.info  | eMail  | Impressum  | designed by Primaweb  | ©1994-2010  | Datum: 22.12.2010