Freilassinger Anzeiger vom 27. Januar 2007
Leserbrief zum Artikel „Bürgerbegehren wegen Naturbad“
Bernhard Schmähl
 

Leserbrief zum Artikel „Bürgerbegehren wegen Naturbad“

Ich bin in Freilassing geboren und habe im „alten Bad“, dem jetzigen Karpfenweiher, schwimmen gelernt und meine halbe Kindheit mit den Fischen gebadet. Bakterien waren in dem Wasser, von dem ich auch einiges geschluckt habe, wahrscheinlich mehr als in irgendeinem bestehendem Naturbad.
Meine 4 Kinder haben allesamt in den ersten Lebensjahren, wie auch ich in dem Alter, probiert wie Hühnerdreck schmeckt und sind in einer Umgebung aufgewachsen, die alles andere als steril ist.
Sie sind heute fast alle erwachsen und kerngesund, ohne jegliche Allergie oder sonstige Krankheit die aus der „Bakterienschwemme“ in ihrem bäuerlichen Umfeld hätte eigentlich entstehen müssen.
Mir ist klar, daß damit nicht die gesamte „Naturbadproblematik“ erklärt ist aber ich frage mich, wann wir endlich begreifen, daß wir sowohl finanziell als auch von unserem Anspruchsdenken zurückstecken müssen, wenn unsere Nachfahren auch noch auf dieser Welt ein Auskommen haben sollen.
Wenn das Naturbad überlastet ist, ist es eben ein paar Tage gesperrt. Wir haben im Freibad eine riesige Fläche zur Verfügung auf der genügend Freizeit- Alternativen geschaffen werden können.
Wenn das Bad nach ein paar Regentagen zu kalt ist.........na und, das ist doch bei den Seen nicht anders und die Leute kommen trotzdem.
Ich bin nicht mit allem einverstanden was unser Stadtrat beschließt aber in diesem Fall stehe ich voll Hinter seiner Entscheidung, die zukunftsorientiert ist und unseren finanziellen Möglichkeiten Rechnung trägt.

Dieses Bürgerbegehren, das hier von einer einzelnen Person angestrebt wird (und hoffentlich nicht Zustande kommt) kostet eine Menge Geld und bringt nicht mal eine Alternative. Es sollten vielleicht einmal die Leute die für etwas sind aufstehen und ihre Meinung sagen und nicht nur die Gegner.


Bernhard Schmähl
Enzianstr. 35

83395 Freilassing