Freilassinger Anzeiger vom 24. März 2007
Reaktion auf Artikel: Auch im Naturbad ist alles künstlich
von Bernhard Schmähl
  Reaktion auf Artikel: Auch im Naturbad ist alles künstlich

Nachdem in dieser Sache nun seit Langem mehr oder weniger nachprüfbare Argumente hin und her geworfen wurden möchte ich die Informationspolitik der beide „Naturbad- Kampfparteien“ an dieser Stelle einmal gegenüberstellen:

Die Stadt Freilassing hatte meines Wissens vor Feststellung der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens die Möglichkeit, umfassend zu informieren. Leider wurde dies weitgehend bis komplett versäumt. Die spärlichen Informationen die mich erreichten waren allerdings meiner Meinung nach sachlich und hinterfragbar.

Der Kreis um Frau Michael- Blagrave legte dagegen bis heute eine bewundernswerte Intensität bei Informationsarbeit und Unterschriftensammlung an den Tag, die mich an den „Flatscher- Wahlkampf“ (Haustür- Aktion) erinnert. Das Wort Sachlichkeit ist allerdings in weiter Ferne von vielen Informationen, die ich beurteilen kann und in zwei Leserbriefen bereits dargestellt habe.

Einige Punkte im aktuellen Artikel toppen dies noch schmerzlich:
„Wasservögel müssen ganzjährig bejagt werden“
Alle Wasservögel die dem Jagdrecht unterliegen haben eine gesetzlich geregelte Jagd- und Schonzeit und werden entsprechend ausschließlich in diesen Zeiten ohnehin bejagt. Wenn sie dem Jagdrecht nicht unterliegen oder Schonzeit haben, werden sie selbstverständlich auch im Naturbad nicht bejagt.

„Flußkrebs- Population wird ausgerottet“
Erstens ist der Flußkrebs ein Weisertier für reinstes Fließwasser und kommt nur in solchem vor, also sicher nicht im Naturbad. Zweitens, wie sollte sich wohl bei jährlicher Reinigung eine „ganze Flußkrebspopulation“ entwickeln, die anderswo viele Jahre braucht.

„Bademöglichkeiten für Naturfreunde“
Alle genannten Gewässer, außer dem Abtsdorfer See sind zum Teil sogar private Fischgewässer in denen baden ausdrücklich verboten, mindestens jedoch unerwünscht ist.

Man sieht hier deutlich, daß bei der Suche nach Argumenten deutlich Quantität vor Qualität geht und Fundament und Wahrheitsgehalt nicht so wichtig sind, solange es sich um ein Gegenargument handelt.
Wenn man die vielen „Fachinformationen“ und Zahlen aus dem gleichen Winkel betrachtet, erscheint die Glaubwürdigkeit der Naturbad- Gegner in keinem guten Licht.

Ich fordere alle Freilassinger, auf sich sachlich und kritisch zu informieren und hoffe sehr, daß bei dem Bürgerbegehren möglichst viele ihre Stimme abgeben.

Das schlimmste wäre eine Entscheidung die aus mangelnder Beteiligung, oder populistischer, unsachlicher Information resultiert.

Bernhard Schmähl
Enzianstr. 35

83395 Freilassing