Freilassinger Anzeiger vom 12. Mai 2007
Reaktion auf Leserbriefe vom Samstag zum „Bürgerbegehrten Naturbad“
von Bernhard Schmähl
  Freilassing, den 06. 05. 2007

Reaktion auf Leserbriefe vom Samstag zum „Bürgerbegehrten Naturbad“

Ich habe mir ein eindeutiges Ergebnis des Bürgerbegehrens gewünscht und es ist gut, daß ein solches zustande gekommen ist, ob die Entscheidung das Beste für Freilassing ist wage ich allerdings sehr zu bezweifeln. Eine weitere Diskussion darüber ist allerdings zum jetzigen Zeitpunkt überflüssig.

Viel wichtiger ist im Moment für mich, wie dieses Ergebnis zustande gekommen ist: Der zuerst kommt und gut argumentiert gewinnt das Vertrauen der Bevölkerung viel leichter, als der, der wie bei etwas Verbotenen ertappt, in Verteidigungs- Stellung gehen muß.

Hier hat die Stadt Freilassing (wer auch immer verantwortlich ist) wenig Fehler ausgelassen, die man in so einem Fall machen kann. Es wurde unmittelbar nach dem Stadtratsbeschluß bis zu den ersten Aktionen von Frau Blagrave überhaupt nicht informiert. Selbst als das Bürgerbegehren schon absehbar war, kam so gut wie nichts aus dieser Ecke. Erst als der Entscheid zugelassen war und die Möglichkeiten der Stadt stark beschnitten, gab es Informationen in den Medien.

Von den Fraktionen im Stadtrat hatten es auch einige nicht nötig, ihre Möglichkeiten für Info- Veranstaltungen zu nutzen. Sie waren sich anscheinend alle sehr sicher, daß das Quorum sowieso nicht erreicht wird und haben damit Frau Blagrave und ihren großteils unsachlichen und zweifelhaften Informationen das Feld nahezu alleine überlassen.

Diese Versäumnisse, war es nun aus Trägheit, Lethargie oder Arroganz, wurden vom Bürger scharf abgestraft. Aber was solls, wir müssen nach vorne schauen. Ich hoffe Stadtrat- und Verwaltung haben daraus gelernt und gehen die Dinge künftig anders an. Wir leben in einer modernen Demokratie in der, der Bürger einbezogen sein will.

Andererseits haben wir alle diesen Stadtrat gewählt, und er muß die Möglichkeit haben, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen sonst könnten wir gleich alles per Referendum regeln.
Wenn sein Ohr künftig näher am Bürger ist und seine Entschlüsse rechtzeitig und transparent genug dargestellt werden, denke ich, kann auch wieder neues, dringend nötiges Vertrauen wachsen.

Bernhard Schmähl
Enzianstr. 35
Freilassing