Freilassinger Anzeiger vom 14. Februar 2008
Streit um Wassertemperatur und Beckengröße
Planer halten 22 Grad für ausreichend - Max Aicher will Blockheizkraftwerk
 
27 Grad Wassertemperatur und das kostenlos, versprach Bauunternehmer Max Aicher. Bei den Planern stieß er auf fast taube Ohren, man sei gegen die Verbrennung von Palmöl in einem Blockheizkraftwerk. Aicher versicherte, es würde anders befeuert. Foto: Hudelist

Hermann Schubotz hielt entgegen, dass sich Badegäste dies gewünscht hätten.

Jetzt kam die große Stunde von Max Aicher, der mit einem Blockheizkraftwerk zum einen Strom produzieren und verkaufen will, zum anderen Wärme produzieren und diese kostenlos an das Freibad abgeben würde. „Ich kann ihnen 27 Grad warmes Wasser bieten, das wäre doch eine Attraktion, die man entsprechend bewerben könnte", so Aicher. Romstätter meinte trocken, man sei nicht davon ausgegangen, ein Thermal-Freibad zu bauen, sondern eben ein normales Freibad. Zudem sei man ganz klar gegen die Verbrennung von Palmöl.

Max Aicher darauf: „Ich finde es ungehörig, dass sie immer behaupten, ich würde Palmöl verbrennen wollen. Es wird etwas anderes sein, aber eben kein Palmöl." Johann Wach stellte die Frage, ob es in Zeiten des Klimawandels wirklich erwünscht sei, ein Freibad auf 27 Grad aufzuheizen, egal, womit man ein Kraftwerk befeuere. „Aber es kostet Sie ja nichts", rief Aicher den Planern mehrmals lautstark zu.

Weitere Fragen der Besucher: Muss der Volleyballplatz für die Jugend wirklich gleich am Eingang sein oder wäre der beim Bolz-platz über der Sur nicht besser aufgehoben? Auch eine Querungshilfe vom Bad zum Reserve-Parkplatz auf der anderen Seite der Staatsstraße erhitzte die Gemüter. „So eine Querungshilfe würde jetzt 100.000 Euro kosten, aber nachdem das Straßenbauamt in den nächsten Jahren die Straße hier ohnehin umbaut, wäre das Geld beim Fenster hinausgeworfen", meinte Bauamtsleiter Michael Knappe. Mit einem Zaun rund um den Parkplatz wolle man die Besucher zumindest zu einer nicht so gefährlichen Stelle führen. Die Besucher ließen aber nicht locker und Max Aicher schlug gar eine Unterführung vor, die sei seiner Meinung nach für unter 100.000 Euro zu haben.


 
 

FREILASSING (hud) In der öffentlichen Stadtratssitzung am Montag stellten zum einen die Planer ausführlich ihre Ideen für das neue Freibad vor (wir berichteten), im Anschluss daran nutzten Stadträte, Badegäste und vor allem Max Aicher die Gelegenheit, Fragen zu stellen und zu sagen, was ihnen am neuen Konzept nicht passt. Zwei Kritikpunkte kristallisierten sich dabei heraus: Das neue Schwimmerbecken scheint mit vier Bahnen für viele zu klein und die Wassertemperatur von 22 Grad ist zu niedrig. „Im Bürgerentscheid haben sich die Freilassinger gegen ein kaltes Naturbad und für ein warmes Freibad ausgesprochen, und 22 Grad sind nicht warm", brachte es der Sprecher des Agenda-Arbeitskreises Hermann Schubotz auf den Punkt.

Schon die erste Wortmeldung nach der Präsentation machte deutlich, dass ein Schwimmerbecken mit vier Bahnen den Freilassingern nicht schmeckt. „Wenn da Schulklassen kommen oder ein Verein trainiert und Bahnen abgesperrt werden, dann können höchstens noch zwei, drei Personen nebeneinander schwimmen, und da hat man die Hand ja schon in der Badehose des anderen", meinte ein Teilnehmer.

Auch Schwimmmeister Werner Stöhr meinte, fünf Bahnen sollten es schon sein. Bei Planer Hans Romstätter rannten diese Stimmen naturgemäß offene Türen ein. „Ich gebe schon zu, vier Bahnen sind nicht der Brüller, aber das ist halt eine Geldfrage. Jede zusätzliche Bahn kostet 100.000 Euro."

SPD-Bürgermeisterkandidat Frank Grünberg nahm den (Wasser-)Ball sofort auf und forderte „mindestens zwei Bahnen mehr. Schon von der Optik her machen vier Bahnen nichts her." Der Budgetrahmen von vier Millionen Euro sei ein Ansatz gewesen, den man jederzeit ändern könne, so Grünberg.

Auch Bauunternehmer Max Aicher schaltete sich in die Diskussion ein. „Bauen wir ein Schwimmbad oder ein Gastronomie-Center mit Planschbecken rundherum?", fragte er provokant. Die Planer erinnerten an die nüchterne Statistik, der zufolge zwei Drittel der Badegäste nicht zum Schwimmen in ein Freibad kommen, und man daher mehr Attraktionen bieten müsse statt reiner Schwimmerbahnen. Breiten Raum nahm dann auch die Diskussion über die Wassertemperatur ein. Freibad-Ingenieur Johann Wach hielt 22 Grad für ausreichend, höhere Temperaturen verdunsteten umso schneller und in Zeiten des Klimawandels sei es „out", das Wasser mehr aufzuheizen.

 

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