Freilassinger Anzeiger vom 16. Februar 2008
Wozu ein beheiztes Freibad ?
Leserbrief von Elke Michel-Blagrave
 

Wozu ein beheiztes Freibad ?

In der Freibad-Diskussion am Montag 11.2. wurde behauptet, dass eine wechselwarme Wassertemperatur ab 22°C durch Solarabsorber ausreiche.
Demgegenüber steht der Standpunkt, dass eine Beheizung von 24°C / 27°C Voraussetzung dafür ist, dass sich Menschen im Wasser eine Zeitlang aufhalten können, ohne zu unterkühlen. Ist das Wasser zu kalt, ist es mit dem Spaß vorbei. Beim Bürgerentscheid gegen den Kleinbadeteich war die Beheizung des Freibads ausschlaggebend.

Eine regelmäßige Wassertemperatur von 24°C im Schwimmer- und 27°C im Nichtschwimmerbecken ist auch Voraussetzung dafür,
* dass Kinder das Schwimmen überhaupt erlernen,
* dass Schwimmen der Gesundheitsprävention dient,
* dass Kurse z.B. Wassergymnastik angeboten werden können (mind. 26°C),
* trainiert werden kann (im Jugendsport darf unter 24°C nicht trainiert werden),
* dass Ältere ins Wasser gehen können,
* dass Baden zu Rehabilitation empfohlen werden kann (Orthopädie),
* dass regelmäßiges Schwimmen durch die gesamte Saison ermöglicht ist. Schwimmen ist der Sport mit den geringsten Verletzungsrisiko.

Mit einer beheizten Freibadanlage wird auch ein überregionaler touristischer Anreiz geschaffen nach Freilassing zu kommen, der Verkauf der Saisonkarten würde gesteigert und damit eine erhöhte Nutzung und Auslastung zu ermöglicht. Das touristische Engagement der Stadt Freilassing würde hier vorbildlich und sinnvoll zum Tragen kommen. Dieses sollte zusätzlich durch eine Veranstaltungsplanung fürs Freibad gefördert werden.

Der Bademeister Werner Stöhr richtet dagegen seinen Blick bei der Diskussion nur auf die Tageseinnahmen (auf die Besucher, die jeweils eine Eintrittskarte lösen) und nicht auf die Zahl der Stammgäste, die tatsächlich das Bad regelmäßig auch an Regentagen oder beim ersten Sonnenstrahl frequentieren. Die zählen für ihn leider nicht. Dies ist aber eine zu kurze Sichtweise. Denn ein wechselwarmes Bad ist in den häufigen Übergangszeiten von Schlechtwetter zu Gutwetter nichts wert. Die Stammgäste fallen weg und keiner kauft mehr eine Saisonkarte, weil das Wasser meistens zu kalt ist.

Wird dagegen für das gut beheizte Freibad angemessen geworben und sind die Wege von der Umkleidekabine zum Wasser möglichst kurz gehalten, denn wird die Anlage nicht nur an den Spitzentagen gut frequentiert, sondern als wertvolles Angebot durchgehend hervorragend angenommen.

Mag. Elke Michel-Blagrave, Freilassing