Freilassinger Anzeiger vom 21. Februar 2008
Stichtag am 10. März: Wasserfläche und Energie wichtiger als Kiosk
Bürgerarbeitskreis Freibad Freilassing stellt Wünsche in Katalog zusammen
 

FREILASSING (es) - Deutlich spürte man beim Treffen des Bürgerarbeitskreises Freibad Freilassing (BaFF), dass es in die Endphase der Freibadplanung geht. Am 10. März ist Stichtag, dann soll der endgültige Beschluss im Stadtrat gefällt werden. Zuvor wollen die Mitglieder des BaFF noch alle Möglichkeiten der Mitwirkung nutzen.

Arbeitskreisleiter Hermann Schubotz stellte mit Hilfe der Folien des Architekturbüros heller und Romstätter noch einmal die wichtigsten Ergebnisse der Planer vor, die in der vergangenen Woche im Rahmen einer öffentlichen Stadtratsitzung gezeigt worden waren (wir berichteten). Die Ergebnisse aus den 920 vom BaFF verteilten Fragebögen brachte er in Zusammenhang mit den derzeit geplanten Änderungen, wobei der Warmbadetag vor allem aus wirtschaftlichen Gründen als einziger Punkt keine Berücksichtigung erfahren hatte.

Im Jahresmittel besuchten 95.000 Gäste das bad, wobei 95 Prozent bei Schönwetter zum baden gingen. Aus den Eintrittsgeldern konnten 30 Prozent der Betriebskosten gedeckt werden. Die „Oftbader" und „Langbader" stellten laut Umfrage den größeren Teil der Badnutzer. Die aktuelle Planung sieht nun im Schwimmerbereich vier statt der bislang acht Bahnen vor, was eine Verkleinerung ier Wasserfläche auf 500 Quadratmeter bedeuten würde.

Im Nichtschwimmerbereich soll die Fläche von bisher 680 auf 750 Quadratmeter erweitert werden. Berücksichtigt wurde dabei die Tatsache, dass 75 Prozent der Besucher des Freibads Nichtschwimmer sind und 25 Prozent Schwimmer.

Weiter ist eine Stütztemperatur von 22 Grad geplant, was bedeutet, dass die 22 Grad nie unterschritten, an sonnigen Tagen aber überschritten werden können.

Als finanzieller Rahmen steht noch immer der Betrag von vier Millionen Euro. Welche Sonderwünsche außerhalb dieser Marke angedacht wurden, zeigte Schubotz in einer weiteren Folie der Planer und schlug vor, einen Sprungturm etwa für einen Sponsor auszuschreiben, nach dem er benannt werden könnte.

Die Folie mit den zwölf durchgerechneten Heizmöglichkeiten sorgte im weiteren Verlauf des Abends für hitzige Diskussionen. Während Max Aicher vehement für sein Blockheizkraftwerk eintrat, das er ohne Anfangsinvestition anbietet und wegen der Stromeinspeisevergütung für 50.000 Euro jährlich auf zehn Jahre garantiert wetterunabhängige Badtemperaturen von 24 beziehungsweise 27 Grad liefern will, traten die Bademeister Boris Tempelin und Werner Stöhr für die von den Planern als wirtschaftlichste Variante vorgestellte Kombination aus Solar-Absorbermatten und Gas-Zuheizer ein. Stadtrat Max Standl bestätigte die statistik-gestützte Meinung der Bademeister: „Beim schlechten Wetter gehen die Leute einfach nicht zum Baden."

Max Aicher und Tim Blagrave meinten jedoch, mit höheren Wasser-temperaturen auch bei kühler Witterung mehr Gäste anlocken zu können. Blagrave machte den Vorschlag einer Wärmehalle mit Schwimm-kanal nach draußen, wobei ein wärme-gedämmtes Gebäude wieder höhere Kosten verursachen würde. „Wir wollen doch kein Naturbad mit Nirosta-Verkleidung, weil wir nur Naturbad-Temperaturen haben", meinte Max Aicher. Mit Solarabsorbern und Gas-Zuheizer seien die Standard-Temperaturen zu halten, so die Bademeister. Erich Grassl gab zu bedenken, dass die Absorbermatten nach etwa zehn Betriebsjahren erneuert werden müssten, was zusätzliche Investitionen bedeute. Allgemeine Zustimmung gab es zum Kleinkinderbecken mit im Eingangsbereich geringer Wassertiefe.

„Für die Kinder ist das eine Fetzengaudi und entlastet den tieferen Bereich, wenn die Kleinen im Flachen planschen", sagte Boris Tempelin.

Die geplante Größe des Schwimmer-beckens hielten die meisten für zu gering. Bürgermeister Josef Fiatscher zitierte den Planer Johann Wach, laut dem ein Schwimmerbecken mit vier Bahnen Standard sei. Max Aicher schlug vor, die Becken großzügiger zu gestalten und stattdessen beim Kiosk einzusparen, den man später erweitern könne, was jedoch wenig Zustimmung fand. Max Standl meinte, dass eine Sanierung nur Sinn habe, wenn sie in einem Bauabschnitt durchgeführt werden könne.

„Bei schönem Wetter ist jedes Bad zu klein, bei schlechtem zu groß", merkte Werner Stöhr an. Der vergrößerte und neu gestaltete Nichtschwimmerbereich würde mehr Kinder binden, die dann nicht im Schwimmerbecken wären. Zudem müsse man für größere Becken wieder mehr in Technik und Wasseraufbereitung, Filter und Umwälzung investieren.

Auch die Frage der gefährlichen Straßen-querung kam einmal mehr zur Sprache, wobei sich die Anwesenden rasch einig waren, für eine Unterführung zu plädieren, die knapp 100.000 Euro kosten würde. Hermann Schubotz fasste für den „Katalog der Bürgermeinung", den er dem Stadtrat am 3. März übergeben will, mit allgemeiner Zustimmung zusammen: Die Frage der Beheizung solle öffentlich ausgeschrieben werden, die Priorität sei mehr auf Wasserflächen und Energie zu legen als auf den Gastronomiebereich, und die Unterführung ist ebenfalls im Wunschkatalog enthalten.

 

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