Freilassinger Anzeiger vom 7. März 2008
Freibad Freilassing: Bürgerarbeitskreis pocht auf höhere Temperatur
BaFF stellt seine Vorschläge für Sanierung vor und beruft sich auf Bürgerentscheid
  FREILASSING - Der Bürgerarbeitskreis Freibad Freilassing (BaFF) hat Vorschläge zur Freibad-Sanierung erarbeitet. Das teilte der Vorsitzende Hermann Schubotz in einer Presseaussendung mit. Daraus geht hervor, dass die Vorschläge in mehreren Sitzungen erarbeitet wurden. „BaFF versteht sich als Interessenvertreter der Badegäste und setzt sich für die Umsetzung des Bürgerentscheides und der Umfrageergebnisse ein", so Hermann Schubotz.

Die Wasserfläche des Nichtschwimmer-beckens solle allerdings auf 900 Quadratmeter erhöht werden. Das habe die Umfrage (56 Prozent Zustimmung) ergeben. Höchste Priorität habe eine größere Rutsche ins Nichtschwimmerbecken. Der Kinderspielplatz müsse mit weiteren Spielgeräten ausgestattet werden, außerdem sollten Klettermöglichkeiten entstehen. Das Trampolin solle bleiben und eventuell zum Spielplatz verlegt werden.

Der Sprungturm werde von 61 Prozent der Befragten gewünscht. Wenn er nicht realisiert werden kann, so schlägt der BaFF vor, ihr über Sponsoren zu finanzieren. Eine Erweiterung des Kleinkinderbereiches sei von 57 Prozent gewünscht worden. BaFF unterstützt diesen Wunsch und möchte Details einen Kinderworkshop, den Vorschlägen der Planer und dem Budgetrahmen der Stadt überlassen.

Der im ersten Stock frei werdende Bereich des Hauptgebäudes solle als Mehrzweckraum für Vereine, Musikbands oder Veranstaltungen dienen. Die Wärmehalle zum Nicht-schwimmerbecken solle erhalten oder zum geschützten Einschwimmkanal umgebaut werden. Die Idee eines Beachvolleyballplatzes an der Südseite findet der BaFF reizvoll. Der Bereich könne abgegrenzt und für Veranstaltungen genutzt werden. Zur Vermeidung von Unfällen bei der Überquerung der Straße bietet sich nach Meinung des BaFF ein extra Zugang zur Wiese gegenüber dem Eingang mit Warnblinkampel und Temporeduzierung, an. Alternativ könne die Wiese vor dem asphaltierten Parkplatz auf der rechten Seite angemietet und eine Fußgängerbrücke übe den Wasserlauf gebaut werden.

Außerdem sollten die Buslinie 24 und der Stadtbus das Freibad verstärkt anfahren.

 
 

Als Quellen seiner Vorschläge nennt der Bürgerarbeitskreis den Bürgerentscheid vom 29. April, die Auswertung von 920 Fragebögen, einen Freibad-Workshop im August, einen Freibad-Ordner im Rathaus und die Vorstellung der Planung am 11. Februar.

Basis des Bürgerentscheides sei die Forderung nach Wassertemperaturen von 24 Grad im Schwimmerbecken und 27 Grad im Nichtschwimmer-becken gewesen. Der Wunsch nach einem beheizten warmen Bad ziehe sich wie ein roter Faden durch die gesamten Antworten aus den Fragebögen.

Bei der Freibadsanierung müsse der soziale Aspekt für alle Generationen im Vordergrund stehen. Für die Stammgast-klientel der vielen älteren Mitbürger sei das tägliche Baden am Morgen bei jedem Wetter im beheizten Nichtschwimmerbecken ein regelmäßiger sozialer Treffpunkt.

„Auch Kinder und Jugendliche brauchen ein warmes Bad für den Schulsport, zum Schwimmen und Spaßhaben im Wasser. In Schwimmvereinen dürfen Jugendliche unter 24 Grad nicht trainieren. Unsere aktiven Schwimmer und andere Vereine sollen im Freilassinger Freibad ein neues Zuhause finden und auch Schwimm-wettbewerbe durchführen", so die Forderung des BaFF.

Eine Mindesttemperatur von 24 Grad zu halten sei zudem nur unwesentlich teurer als eine Temperatur von 22 Grad. Da die Energiekosten im jetzigen Bad nur rund zwölf Prozent der gesamten Betriebskosten ausmachten und laut BaFF in Zukunft deutlich geringer sein könnten, hält der Arbeitskreis eine derartige Investition für angebracht.

70 Prozent der befragten Badegäste hätten sich eine Beheizung mit erneuerbaren Energien gewünscht. Folgende Vorschläge hat der BaFF dazu erarbeitet: Die Dauerleistung der Wärmeversorgung solle mit der Kraft der Sonne mit Hilfe von Hochleistungsabsorbern sichergestellt werden.

Für Kältelücken während der Aufheizung und für Schlecht-wettertage schlägt der BaFF ein kleineres wärme-gesteuertes Blockheizkraftwerk (BHKW) oder eine andere Heizleistung auf Basis erneuerbarer Energien vor, das Strom und Wärme produziert.

Außerdem wird eine Ausschreibung der Wärme-bereitstellung über ein Contracting Modell vorgeschlagen. Der Vorteil bestehe in den festgelegten Kosten, keinen eigenen Investitionskosten sowie verbrauchsabhängigen Kosten.

Gegen den Wärmeverlust in der Nacht schlägt der BaFF eine Abdeckung der Becken vor, sollte die Entscheidung zugunsten einer solaren Beheizung fallen.

Weder im Bürgerentscheid noch in den Umfragen sei eine Reduzierung des Schwimmer-beckens vorgeschlagen worden. Seine Gestaltung müsse daher den gesetzlichen Auflagen für Schwimmwettbewerbe entsprechen.

Wenn sich die Nachfrage nach mehr Bahnen nicht fundieren lasse, könne sich der BaFF aus ökonomischen Gründen auch mit einer Reduzierung von acht auf sechs Bahnen a 50 Meter anfreunden.

 
Originale Stellungnahme des BaFF zur Freibadsanierung


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