Freilassinger Anzeiger vom 12. März 2008
700.000 Euro mehr fürs Freibad: Fünf Bahnen und attraktiver Kinderbereich
Stadtrat gibt grünes Licht für Mehrausgaben - Keine Entscheidung über Zusatzheizung
  Mit etlichen Attraktionen wird das Nichtschwimmer-Becken aufgewertet. Fotos: Hudelist
FREILASSING (st) - Das neue Freilassinger Freibad wird attraktiven Badespaß für die ganze Familie bieten. Der Stadtrat stellte in einer Marathonsitzung vor zahlreichen Zuhörern am Montagabend weitere Weichen für die im September beginnende Sanierung. Der vorgegebene Kostenrahmen von vier Millionen Euro wird deutlich überschritten. Gut 700.000 Euro mehr sind veranschlagt. Dafür gibt es fünf statt vier Bahnen im 50-Meter-Becken und einen attraktiven Kleinkinderbereich. Die Wasserfläche im Nichtschwimmerbereich wird um rund 100 Quadratmeter vergrößert, eine Breitrutsche wurde beschlossen. Es bleibt bei einer Grund-temperatur von 22 Grad, die aber von den Solarabsorbern bei Schönwetterperioden rasch auf bis zu 27 Grad aufgeheizt wird. Im Übrigen wird auch das jetzige Schwimmerbecken nur auf 22 Grad erwärmt, wie Werkleiter Johann Standl auf Anfrage von Karlheinz Knott (FWG) erklärte. Noch keine Entscheidung fiel über eine eventuelle Zusatzheizung, welche die Solarabsorber unterstützen könnte. Der für den Technikbereich zuständige Planer Johann Wach schlug eine Lösung mit Gas vor, die in diesem Fall am wirtschaftlichsten wäre.

Klaus Lastovka (CSU) gab ihr Recht, „das Geld geht schon recht locker über den Tresen". Das Freibad bleibe nicht nur dem Bürgerentscheid entsprechend erhalten, sondern werde auch noch luxuriös ausgestattet.

Schließlich fassten die Stadträte eine ganze Reihe von Einzelbeschlüssen zu Mehrausgaben. Einstimmig sprachen sie sich für eine Erweiterung des Kleinkinder-bereichs mit Mehrkosten von 365.000 Euro aus. Es sollen aber noch Einsparungen geprüft werden. Mehrkosten von 132.000 Euro verursacht eine Breitrutsche, für die die Stadträte votierten. Dafür wird auf die wesentlich teurere Langrutsche verzichtet. Auf eine Sprunganlage, für die mindestens 400.000 Euro hätten veranschlagt werden müssen, wird ebenfalls verzichtet.

Rund 200.000 Euro mehr hätte eine Erweiterung der Bahnen von vier auf sechs im Schwimmerbecken gekostet. Das lehnte der Stadtrat knapp mit 10:11 Stimmen ab. Bürgermeister Josef Flatscher beantragte daraufhin, ein Becken mit fünf Bahnen zu errichten. Dafür gab es dann eine 17:5-Mehrheit. Die Zusatzkosten belaufen sich auf rund 100.000 Euro.

Eine Vergrößerung der Wasserfläche im Nicht-schwimmer-becken um 100 Quadratmeter hatte der vorberatende Haupt- und Finanzausschuss abgelehnt. Dem konnte sich der Stadtrat mit 10:12 nicht anschließen. So beantragte nun wiederum Bürgermeister Flatscher eine Erweiterung um 100 Quadrat-meter, die dann auch eine 14:8-Mehrheit fand. Das Budget wird dadurch um weitere gut 100.000 Euro belastet. Stadtkämmerer Werner Hafner hatte flugs ausgerechnet, wie viel damit insgesamt zu schultern sein wird. Er kam auf 4.710.000 Euro.

Mit den Baumaßnahmen soll nach der Freibadsaison im September begonnen werden. Bis dahin dürfte auch klar sein, ob eine Zusatzheizung für nötig erachtet wird. Die Entscheidung wurde vertagt. Auf jeden Fall wird das Beckenwasser vorrangig durch Solarabsorber erwärmt. Bei längeren Schlechtwetterperioden könnte dies aber nicht ausreichen. um zumindest 22 Grad zu erreichen.


Stadtkämmerer Werner Hafner (links) muss rund 4,7 Millionen Euro locker machen, damit Hans Romstätter (rechts) seine Planung umsetzen kann.

 
 

Die Agenda-Arbeitskreise „Wirtschaft, Energie" und „Bauen, Wohnen, Verkehr, Lärm" sowie der Bürgerarbeitskreis Freibad Freilassing (BaFF) hatten sich im Vorfeld eingehend mit den Planungen befasst. Einige Vorschläge flössen nun in den Entwurf mit ein, den die Freibad-Planer Hans Romstätter und Johann Wach im Stadtrat erläuterten (wir berichteten mehrfach). Nicht mehr geben soll es mangels Wirtschaftlichkeit das Restaurant, ein Kiosk wird als ausreichend betrachtet. Vorgeschlagen wurde ein Schwimmerbecken mit vier 50-Meter-Bahnen. Das inselartig gestaltete Nichtschwimmer-becken wird mit etlichen Attraktionen aufgepeppt.

Eindringlich empfahl Hans Romstätter Verbesserungen, zusätzliche Spielbereiche und eine Vergrößerung der Wasserfläche im Kleinkinderbereich, auch wenn sich dadurch Mehrkosten von 365.000 Euro ergeben. Er listete noch weitere Wünsche auf, die zusätzlich Geld kosten würden, etwa eine Sprunganlage, zusätzliche Bahnen im Schwimmerbereich oder eine Langrutsche.

„Wir haben gehört, dass wir für vier Millionen Euro ein funktionsfähiges Freibad bekommen", eröffnete CSU-Fraktionschef Dieter Moosleitner die Diskussion. Angesichts der guten Finanzlage der Stadt erscheine es aber vertretbar, weitergehenden Wünschen teilweise zu entsprechen, speziell was den Kinderbereich anbelangt. Allerdings sei klar, dass damit neben den zusätzlichen Investitionskosten auch die jährlichen Betriebskosten steigen, was die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt einschränken werde.

3. Bürgermeister Heinrich Auerbach (SPD) plädierte für acht 25-Meter- statt vier 50-Meter-Bahnen. Für die Schwimmer wäre es besser, wenn sie nicht dauernd „Gegenverkehr" hätten. Auerbach konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Die Mehrbelastung des Haushalts schien Fritz Braun (FWG-Heimatliste) gerechtfertigt, wenn man bedenke, dass dieses Bad für mindestens 30 Jahre geplant ist. Der Entwurf der Planer sei sehr schön geworden. Am wichtigsten sei aber eine Erweiterung des Kleinkinder-bereichs mit warmen Wassertemperaturen.

Zu der Beheizung mit den Solarabsorbern erklärte Planer Johann Wach, es werde zunächst das Planschbecken mit einer großen Absorberfläche auf 27 Grad aufgeheizt. Das gehe innerhalb kurzer Zeit. Dann kämen das Nichtschwimmerbecken und schließlich das Schwimmer-becken an die Reihe.

Lange drehte sich die Diskussion um die Wassertemperatur. 22 Grad Grundtemperatur hielten viele der Stadträte für zu wenig. Johann Wach erläuterte, dass diese sich rasch bei schönem Wetter erhöhen werde, bei dem die Leute ja vorzugsweise ins Freibad kommen. Zur Erwärmung des Duschwassers kämen Hochleistungs-sonnenkollektoren zum Einsatz. Der Einsatz von Hackschnitzeln für eine Zusatzheizung sei in diesem Fall ungeeignet, meinte er, da hier zum einen die Temperatur nicht so einfach stufenlos zu regeln ist und zum anderen ja nur Bedarf für vier Monate bestehe. Man benötige darüber hinaus zusätzliches Personal, während der Bademeister bei Gas beispielsweise nur auf- oder zudrehen müsse.
In der Diskussion zeichnete sich rasch ab, dass die meisten Stadträte gewillt waren, mehr Geld in die Hand zu nehmen, um die Attraktivität des neuen Freibads zu steigern. Da zeigte sich Elisabeth Hagenauer (Grüne/ Bürgerliste) schon überrascht, wie „locker hier über Hunderttausende" gesprochen wird. Sie erinnerte daran, dass für das Naturbad 3,3 Millionen Euro veranschlagt waren, nun für das Freibad gebe es einen Stadtratsbeschluss mit vier Millionen Euro. Dass nun über zusätzliche Attraktionen von 750.000 Euro gesprochen werde, gab ihr zu denken. ,Wir brauchten das Geld dringend für andere Dinge", meinte sie.

 

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