Freilassinger Anzeiger vom 15. März 2008
Der Streit um die Beheizung des Freibades
Leserbrief von Tim Blagrave
 

Der Streit um die Beheizung des Freibads

Es gibt im Grunde vier Vorschläge, wie das Wasser im Freibad beheizt werden kann. Alle diese Vorschläge können im Sinn der Agenda21 auf ihre ökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen hin untersucht werden.

Vorschlag A: Nur Solarabsorber, keine Zusatzheizung. Die Temperaturschwankung wird zwischen 15°C und 30°C sein.

Vorschlag B: Solarabsorber mit Zusatzheizung, um eine Mindesttemperatur von 22°C zu gewährleisten.

Vorschlag C: Solarabsorber mit Zusatzheizung, um eine Mindesttemperatur von ca. 24°C (wie es bis jetzt immer war) im Sportbecken und ca. 26°C im Nichtschwimmerbecken (wie es bis jetzt immer war) zu gewährleisten.

Vorschlag D: will die gleichen Temperaturen wie Vorschlag C und bevorzugt den Einsatz eines mit Pflanzenöl betriebenen Blockheizkraftwerks. Es produziert Ökostrom und sorgt mit der Abwärme für durchgehend angenehme Badetemperaturen. Das ist der Vorschlag von Herrn Max Aicher.


1.) Welcher ist am billigsten?
Vorschlag A ist am billigsten. Aber das Wasser bleibt die längste Zeit kalt. Im Mai ist die Sonne zu schwach, um mit dieser Methode den Wasserkörper aufwärmen zu können. Nach Schlechtwetterperioden braucht es einige Tage, bis man wieder ins Wasser kann. Die Badegäste kommen nicht mehr und gehen woanders baden. Sie kaufen ihre Saisonkarte gleich woanders. Das schadet dem Ruf und der Besucherzahl des Bades. Ist es dann immer noch am billigsten? Es wirkt geizig.

Vorschlag B mit 22°C ist einiges teuerer als Vorschlag A, aber wärmer als Vorschlag A. Mit 22°C werden zwar die Stammgäste auch nicht mehr an Schlechtwettertagen erscheinen, aber für die Stadt scheint dies aus betriebswirtschaftlichen Gründen egal zu sein.

Vorschlag C: das Ingenieurbüro Wach hat für die Stadt kalkuliert, dass Vorschlag C je nach Heiztyp um 3.000 bis 7.000 Euro pro Jahr teuerer als Vorschlag B ist. Für diesen Zusatzpreis hat das Bad jeden Tag eine Temperatur, die sich jeder wünscht, der in ein Freibad kommt und jeder mag.

Den Eintrittspreis von 2 Euro auf 2,18 Euro zu erhöhen würde ausreichen, um diese extra Kosten von 7.000 Euro allein durch das Besucherverhalten wieder einzuholen.

Vorschlag D scheint teuerer zu sein, ist aber attraktiv weil es:
(a) für die nächsten 20 Jahre einen stabilen Preis (unabhäng von den steigenden Weltmarktpreise) anbietet,
(b) ein warmes Schwimmbad verspricht ("Warmbad Freilassing") mit sogar mehreren Optionen wie eine verlängerte Badesaison und Warmwasser Massagedüsen anbietet,
(c) keine Investitions- und Verbrauchskosten für die Stadt verursacht.

2.) Welcher ist am ökologischsten?
Alle Vorschläge können mit erneubaren Energien arbeiten.
Vorschlag A ist harmlos, aber zugleich dann wirkungslos, wenn benötigt.
Vorschlag B und C sind sehr ähnlich.
Vorschlag D ist für Deutschlands Klimapolitik sogar gewünscht und gefördert, weil Ökostrom aus nachwachsenden Rohstoffe produziert wird und die dabei entstehende Wärme sinnvoll für das Freibad genutzt wird.

3.) Welche ist mehr Sozial?
Vorschlag A verspricht der nächsten Generation zu helfen durch Geldsparen und Verzicht.
Vorschlag B verspricht dasselbe, aber um guten Willen zu zeigen, gibt es 22°C.
Mit Vorschlag C und D wird das Freibad zu einen wertvollen und herausragenden Freizeitangebot.
Wetterunabhängig kann das Freibad genutzt werden, an jedem Tag, bei jedem Wetter kommen Stammgäste und es können Schwimmvereine trainieren.
Beim ersten Sonnenstrahl treffen sich Menschen in der frischen Luft, fühlen sich hier willkommen und wohl im beheizten Freilassinger Freibad, seien es Familien, Touristen, Neugierige, spontane Besucher, Schulkinder, Oma und Enkelkind. Mit garantierten angenehmen Wassertemperaturen werden sie ihre Freude am Schwimmen spontan geniesen und müssen nicht tagelang waren, bis sie ins Wasser können.

Unser jetziges Freibad soll erneuert werden: Was haben wir bis jetzt gehabt? Ein freundliches beliebtes Familienbad für Jeden; mit angenehmen Wassertemperaturen am jeden Tag der Saison: So soll unser erneuertes Freibad sein! Das habe die Freilassinger mit Ihrem Votum bereits klar ausgedrückt

Tim Blagrave, Freilassing