Freilassinger Anzeiger vom 29. März 2008
„Quo vadis" Freibad?
Leserbrief von Wili Huber, Freilassing
 

„Quo vadis" Freibad?
Zu den Leserbriefen und Berichten über das Freilassinger Freibad:

Als im vorigen Jahr der Bürgerentscheid gegen ein Naturbad mit großer Mehrheit durchging, taten die Bürger das nicht, um die Stadträte zu ärgern, sondern weil sie ein warmes Wasser wollten. Nun, so scheint es, will man aus Energiesparsamkeit das Wasser im neuen Freibad wieder etwas kälter, 22 und 27 Grad, halten.

In meiner knapp 20-jährigen Tätigkeit als Bademeister im Badylon und im Freibad war es in Freilassing und in allen anderen Bädern üblich, eine Wassertemperatur von 24 Grad im Schwimmerbecken und von 28 Grad im Nichtschwimmerbecken anzubieten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich dies in den letzten Jahren geändert hätte.

Thermalbäder, mit Wellness und Sauna-garten, schießen an allen Orten aus dem Boden und ziehen, trotz Eintrittspreisen von zehn bis 20 Euro je nach Attraktion, hunderte von Besuchern an. Die Rupertus Therme musste an den Osterfeiertagen mehrmals für Stunden wegen Überfüllung geschlossen werden.

Sollte im künftigen Freilassinger Freibad eine Wassertemperatur von 22 beziehungsweise 27 Grad angeboten werden, und das scheint einigen noch zu hoch zu sein, so werden die Besucher nicht wie angenommen ins Badylon gehen, sondern sie werden sich ein wärmeres Freibad suchen und zum Beispiel nach Ainring gehen. Dann hätte man sich das Geld für ein Bürgerbegehren sparen können und das in Anschaffung und Unterhalt billigere Naturbad bauen können. Ich hoffe, dass man hier nicht auf der falschen Seite zu sparen anfängt. Natürlich sollte die sparsamste und geeignetste Energiequelle zum Aufheizen des Beckenwassers verwendet werden.

Aber bitte zum „Aufheizen", sonst sehe ich für das neue Freibad keine Zukunft.

Willi Huber, Freilassing