Freilassinger Anzeiger vom 12. April 2008
Höhere Wassertemperatur und größeres Becken
Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Freibad richten offenen Brief an die Stadträte
 

FREILASSING (st) - Die Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Freibad lassen nicht locker. Während Planer und Stadträte der Meinung sind, eine Mindest-Wassertemperatur von 22 Grad sei ausreichend (wir berichteten), beharren sie auf ihrer Forderung, den Schwimmern müssten mindestens 24 Grad angeboten werden, im Nichtschwimmerbecken 26 Grad. Darüber hinaus sollte das Sportbecken sechs Bahnen haben und nicht fünf, wie vom Stadtrat beschlossen. Der Vorsitzende des Bürgerarbeitskreises Freibad Freilassing [BaFF) hat sich nun mit einem offenen Brief an die Stadträte gewandt, in dem er diese Forderungen begründet. Rund 150 Personen haben ihn unterzeichnet.

„Wir, die Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Freibad, und viele Schwimmer und Badegäste im Freibad sind sehr besorgt darüber, wie sich die Beschlussfassung um die Sanierung des Freibades entwickelt hat", schreibt Schubotz. Er spricht von „Missachtungen der Intention des Bürgerbegehrens" und zitiert aus dem Sachvortrag von Andrea Schenk in der Stadtratssitzung am 23. Juli, in dem es heißt: Der Bürgerentscheid zur Sanierung des Freibades wurde dahingehend beschlossen, dass das jetzige konventionelle Bad nicht zum Naturbad umgebaut wird, sondern in seiner jetzigen Ausdehnung und Funktionalität saniert wird. „Sind die Änderungen, die die Stadt zusammen mit den Planern im Bereich Temperatur und Sportbeckengröße beschlossen haben, ein Angriff auf diese Aussage?", fragt der Verfasser des offenen Briefs und meint wohl Ja.

Für eine Kurzstudie habe die Stadt 22 Grad im Schwimmerbecken und 26 Grad im Nichtschwimmerbecken vorgegeben. Der ehemalige Bademeister Willi Huber nenne 24 und 28 Grad. Das Bürgerbegehren sei von 24 Grad und 27 Grad ausgegangen.

In benachbarten Bädern beträgt die Temperatur nach Schubotz Angaben mindestens 23 Grad.

„Die übliche höhere Wassertemperatur im Nichtschwimmerbecken von 28 Grad im Freilassinger Freibad führte dazu, dass sich Familien hier besonders wohlfühlten, um ihrem Nachwuchs das Schwimmen beizubringen", schreibt der BaFF-Sprecher. Die garantierte warme Wassertemperaturen sei bisher ein wichtiger Vorteil für das Freibad gewesen. Mit wechselwarmen Wassertemperaturen sowie mit Mindesttemperaturen von nur 22 Grad in einem oder beiden Hauptbecken gehe dieser Vorteil verloren. Die „Stammschwimmer", die unabhängig von der Witterung täglich schwimmen, würden ihre Saisonkarte woanders kaufen, falls die Wassertemperaturen niedriger werden als sie jetzt sind, befürchtet Schubotz. Ähnlich würden auch andere Badegäste auf umliegende Freibäder ausweichen.

Wenn die Sonne scheint, kämen auch Schulklassen ins Schwimmbad zum Sportunterricht. „Das Bild bibbernder Schulkinder mit blauen Lippen ist nicht das, was sich die Eltern unter Schulsport im beheizten, familienfreundlichen Freibad Freilassing vorstellen", meint Schubotz. Auch beim Schwimmverein dürften Kinder und Jugendliche nicht trainieren, wenn das Wasser kälter als 24 Grad ist. „Wenn das Freibad keine warmen Wassertemperaturen garantieren kann, ist absehbar, dass unsere treuen Badegäste nach Ainring abwandern, wo das Wasser garantiert warm ist", so die Schlussfolgerung des BaFF. Dabei würden Wassertemperaturen von 24 und 26 Grad mit Solarabsorber und einer mobilen Hackschnitzelheizung nur Mehrkosten von 9.000 Euro verursachen.

Bei der Größe des Sportbeckens gehe es wieder um die Intention des Bürgerbegehrens, „eine Sanierung des Bades in seiner jetzigen Ausdehnung und Funktionalität".

Ein 50-Meter-Becken sei sowohl für die „normalen Schwimmer" ein Genuss als auch ein Ort wo Schwimmvereine für Wettkämpfe trainieren können. Ein Becken mit fünf Bahnen werde nicht ausreichen. Im Badylon gebe es Konflikte, wenn Bahnen abgetrennt werden müssen für die Wasserwacht, für Freilassinger oder Bad Reichenhaller Vereine. Es werde einfach zu eng.

Bei der Abstimmung im Stadtrat hätten zehn Stadträte einschließlich des Bürgermeisters für sechs Bahnen gestimmt, elf dagegen. Diese hätten mit dieser äußerst knappen Mehrheit von einer Stimme eine Festlegung auf ein zu kleines Freibad bestimmt, sag Schubotz. Mit der aktuellen Entscheidung werde die Größe des Sportbeckens für die nächsten 30 bis 50 Jahre festgelegt.

Mit sechs Bahnen behielte das Becken seine Funktionalität, bisher sind es sogar acht. Eine weiten Bahn kostet laut Planer 110.000 Euro mehr, das seien 2,3 Prozent der Gesamt-investitionen von zurzeit 4,7 Millionen Euro.

„Ein langfristiges Denken ist hier angebracht. Teile der Attraktionen im Kleinkinderbereich können nachträglich erweitert oder geändert werden, eine weitere Bahn später anzubauen, ist jedoch nahezu unmöglich" so Schubotz.

„Wir denken, dass eine Beibehaltung der
Temperaturen von 24 und 26 Grad und eine Reduzierung auf mindestens sechs Bahnen möglich ist. Denn dann stimmt wieder vieles überein: Ein wichtiger Teil unserer Badegäste ist zufrieden, die bisherige Werbung eines beheizten Freibades stimmt, die zukünftig relativ geringen Heizkosten machen es ökonomisch möglich, dass Freilassing kein Kalt-Bad wird, sondern die üblichen Temperaturen von beheizten Freibädern wie in Ainring und Salzburg hat. Und die Schwimmvereim können wieder trainieren", fasst der Verfasser zusammen,

 
Hier der Originaltext mit Unterschriften des Offenen Briefes des Bürgerbegehrens

Richtigstellung: Hermann Schubotz ist nicht der Autor des Offenen Briefes
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