Freilassinger Anzeiger vom 4. September 2008
Sanierung des Freilassinger Freibads: Die Ausschreibungen laufen noch
Zum geplanten Baubeginn gibt es Unstimmigkeiten bei den Kosten
 

FREILASSING (sr) - Die Sanierung des Freilassinger Freibads wird vermutlich teurer als geplant. Wie berichtet, hat das Bad am Sonntagabend seine Pforten geschlossen. Nun laufen vorbereitende Arbeiten, beispielsweise muss die Innen-einrichtung abgebaut werden. Bis die Bagger anrollen, wird es aber noch dauern. Dem Vernehmen nach sind die Ausschreibungen noch nicht abgeschlossen und das, obwohl das Bad seit Montag „startklar" wäre.

Grund für die Verzögerung ist wahrscheinlich, dass das beauftragte Ingenieur-büro Wach den vom Stadtrat vorgegebenen Kostenrahmen von 4,7 Millionen Euro nicht einhalten kann. Seit Ende Juli ist dies angeblich im Rathaus bekannt. Seither ist Sommerpause, eine Stadtratssitzung findet erst wieder am 22. September statt.

Wolfgang Wach vom beauftragten Ingenieurbüro hielt sich gestern bedeckt. „Es kann noch gar keine abschließende Kostenschätzung geben, weil die Ausschreibungen ja noch laufen." Erst Mitte September rechnet er damit, dass sämtliche Angebote von Firmen vorliegen.

Dass aber die Ausschreibungen noch laufen, obwohl das Bad schon seit Montag geschlossen ist, legt den Verdacht nahe, dass die Planung durcheinander geraten ist. Die Stadt hat gewusst, dass die Bagger verspätet anrollen werden. Trotzdem blieb sie bei dem Schließungstermin 31. August.

Angesichts des schönen Spätsommerwetters und des Umstands, dass noch Schulferien sind, hätte man das Bad ja auch länger auflassen können. Zweiter Bürgermeister Karlheinz Knott: „Wir haben uns intensiv darüber Gedanken gemacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir trotzdem am Sonntag zusperren." Die Firmen stünden schon „Gewehr bei Fuß" und könnten bereits morgen anfangen, so Knott. Man habe dies nicht noch durch eine nach hinten verschobene Schließung verkomplizieren wollen. Schließlich werde die Zeit bis zum Spatenstich bereits genutzt, zum Beispiel wird die Inneneinrichtung abgebaut.

Nach einer eigens einberufenen Sitzung im Rathaus am Dienstagnachmittag erklärte Knott gegenüber der Heimatzeitung: „Die Kostenermittlung dauert noch an. Es kann Veränderungen geben", sagte er in Bezug auf die Freibadsanierung. In diesem Falle müsse sich der Stadtrat auf seiner Sitzung am 22. September damit befassen.

Aus Stadtratskreisen hört man unterschiedliche Stimmen: Da ist die Rede von höheren Kosten, die unter Umständen durch steigende Preise und die Frage der Qualität bedingt sind. Das Vertrauen in das Ingenieurbüro ist auf dieser Seite durchaus da. Die Kompetenz der Bäderplaner wird anerkannt. Doch andere stellen infrage, dass es heuer überhaupt noch zur Sanierung kommt.

Es wurden gegenüber der Heimat-zeitung sogar Zweifel geäußert, dass die Ausschreibungen überhaupt schon angelaufen sind. Dem widerspricht aber zweiter Bürgermeister Karlheinz Knott. Die Verzögerungszeit beim Sanierungsbeginn bezifferte der stellvertretende Rathauschef auf lediglich acht bis 14 Tage. „Die Bagger werden wohl Ende September anrollen", meinte er auf Anfrage.

Ob die Sanierung pünktlich zu Beginn der Badesaison 2009 abgeschlossen sein wird, könne man nicht sagen, so Knott. Vieles hänge von den Witterungsverhältnissen im Winter ab. Wie so oft am Bau, so der zweite Bürgermeister, könnten die Kosten vorher schwer genau eingeschätzt werden. Nachträgliche Korrekturen nach oben seien keine Seltenheit. Wie schwierig eine genaue Schätzung tatsächlich ist, zeigt der Blick nach Bad Reichenhall, wo das Stichwort Schwimmbad regelmäßig die Gemüter erhitzt. So waren bei der Erweiterung der Rupertus Therme samt Schwimmbad anfangs 14 bis 16 Millionen Euro veranschlagt, dann schössen die Kostenschätzungen auf 23 Millionen Euro nach oben, bevor sie bei rund 20 Millionen Euro landeten. Auch bei dem isolierten Sportbad an der Münchner Allee gingen die Kostenschätzungen weit auseinander. War anfangs von etwa 4,5 Millionen Euro die Rede, sprach man später von sieben Millionen Euro.

 

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