Südostbayerische Rundschau vom Samstag, 8. März 2008
Agenda-Arbeitskreise sind uneins: Art der Beheizung und Anzahl der Bahnen im Schwimmerbecken:
Stadtrat entscheidet am Montag - AK Energie wählt Hermann Schubotz als Vorsitzenden ab
  Freilassing (rgz). Der Freilassinger Stadtrat muss am Montagabend Nägel mit Köpfen machen und sich entscheiden, wie das sanierte Freibad in Brodhausen einmal aussehen soll. Dabei gibt es im Vorfeld eine deutliche Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Agenda-Arbeitskreisen, die sich mit dem Thema befasst haben und dem Stadtrat Empfehlungen aussprechen. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Energie, Hermann Schubotz, wurde sogar abgewählt und durch Wolfgang Wagner ersetzt.

Auch über die Anzahl der Bahnen im Schwimmerbecken sind sich die Arbeitskreise nicht einig. Während eine Mehrheit des Arbeitskreises Energie für fünf Bahnen plädiert, weil man mit 40 Quadratmetern Sonnenkollektoren nicht mehr Wasserfläche erwärmen könne, meint der Agenda-arbeitskreis „Freibad": „Weder im Bürgerentscheid noch in den Umfragen wurde eine Reduzierung des Schwimmer-beckens vorgeschlagen oder den Planern als Vorgabe seitens der Stadt gegeben." Deshalb müsse die Gestaltung des Schwimmer-beckens den gesetzlichen Auflagen für Schwimm-wettbewerbe entsprechen und auch Startblöcke und Wendeplatten haben.

Maximal könnte man aus ökonomischen Gründen einer Reduzierung des Sportbeckens von acht auf sechs Bahnen zustimmen. „Da sieht man mal, wie verschieden die Bürger denken", kommentiert Bürgermeister Josef Flatscher die Meinungsverschiedenheit. Der Stadtrat werde sich am Montagabend seine eigene Meinung bilden müssen und auch diese werde nicht ganz einheitlich sein. Er, Flatscher, wolle auf jeden Fall ein familienfreundliches Bad mit einem attraktiven Nichtschwimmerbereich und soviel Beheizung durch die Sonne wie möglich. „Das wird ein Freibad, keine Therme. Aber ein Zuheizen wird trotzdem nötig sein." Auch gegen eine fünfte oder eine sechste Bahn habe er nichts, sagt Flatscher. „Wichtig ist mir vor allem, dass die Relationen stimmen."

 
 

Wagner und Schubotz widersprechen sich in wichtigen Punkten, vor allem in der Frage, wie denn das Bad einmal beheizt werden soll. Einig sind sich die beiden lediglich darin, dass keine fossilen Brennstoffe verwendet werden dürfen.

Schubotz findet im Arbeits-kreis Energie für seine Vorschläge keine Mehrheiten mehr. Während die Mehrheit des Arbeits-kreises für Sonnenkollektoren plädiert und in diesem Zusammenhang den Besuchern des Freibades auch „Komforteinbußen" zumuten will - 22 Grad Wassertemperatur könnten nicht garantiert werden, spricht sich der Bürgerarbeitskreis Freibad Freilassing für die Beheizung des Wassers mit einem kleinen Blockheizkraftwerk auf bis zu 27 Grad aus. Dieses Heizkraftwerk sollte mobil stationiert sein und könnte im Winter im Fernheizwerk eingesetzt werden.

Grundlage des Bürgerentscheids, so die Begründung, sei die Forderung nach Wassertemperaturen von 24 Grad im Schwimmerbecken und von 27 Grad im Nichtschwimmerbecken gewesen. Der Wunsch nach einem beheizten Bad ziehe sich wie ein roter Faden durch die gesamten Antworten auf die ausgesandten Fragebögen.

Hermann Schubotz gehört beiden Arbeitskreisen an. Er spricht sich für ein Blockheizkraftwerk aus. Bis letzte Woche war er sogar Vorsitzender des Arbeitskreises Energie. Und wurde überraschend in dessen jüngster Sitzung abgewählt, weil sich die Mitglieder dieses Arbeitskreises für „bevormundet" hielten.

Schubotz reagiert auf seine Abwahl mit Unverständnis: „Der erhobene Vorwurf der Bevormundung ist einfach lächerlich: Wir haben ein Papier in der Sitzung nicht fertig diskutiert, und es ist üblich, diesem per E-Mail die endgültige Form zu geben, um sich nicht wieder treffen zu müssen", verteidigt Schubotz sein Vorgehen und fügt an: „Wieso sich andere bevormundet fühlen, wenn sie gar nicht den Mund aufmachen, ist mir schleierhaft."

Ansonsten beteuerte der abgewählte Vorsitzende, er nehme das sportlich, „die Mehrheit der Mitglieder wollte einen anderen Vorstand, wir müssen nun nach vorne schauen und die Bürger für die Energiefrage interessieren. Ich werde auf jeden Fall aktiv und engagiert weiter an den Zielen des Energie-Arbeitskreises mitarbeiten."

 

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