Freilassinger Anzeiger vom 6. November 2009
Mit der ersten Saison im neuen Freibad zufrieden
Verwaltungsleiter Johann Standl erstattet im Stadtrat Bericht
  FREILASSING (st) - Im Großen und Ganzen gut gelungen ist das neue Freibad aus Sicht der Bäderverwaltung. Dies bestätigte Werkleiter Johann Standl den Stadträten in einem Erfahrungs-bericht über die erste Saison. Auch die Besucher beurteilten demnach die Anlage weit überwiegend positiv. Einige aufgetretene Mängel werden noch beseitigt, versprach Standl.

Aufgrund der Bauarbeiten begann die Badesaison erst am 31. Mai. Gleich am ersten Tag zählte das Freibad 289 Besucher. Im Juni plantschten und schwammen 11.473 Personen in den Becken, im Juli 26.693, im August 37.916 und dann bis zum 13. September, dem letzten Badetag, 3.809. Bei Letzteren handelte es sich Standl zufolge hauptsächlich um Jahreskartenbesitzer. Ansonsten sei das Freibad im September erfahrungsgemäß wenig frequentiert.

Laut Standl konnten die auf den Haupt- und Technik-gebäuden angebrachten Absorbermatten einen großen Teil der benötigten Wärme erzeugen. Allerdings habe es noch einige Mängel in der Steuerung bei der Umschaltung von Gas auf Solar gegeben, weshalb der optimale Wirkungsgrad nicht erzielt werden konnte. Dass sich die Matten von den Dächern lösten, ist ein weiterer Mangel, den die Herstellerfirma beheben wird.

Durch den Einsatz der Solartechnik sind die Heizkosten jedenfalls stark zurückgegangen. Mussten im vergangenen Jahr noch rund 53.000 Euro bezahlt werden, so waren es heuer nur etwa 17.500 Euro. Für das Duschwasser ist am Dach des Hauptgebäudes zusätzlich eine Solaranlage installiert worden, die von der KfW-Bank mit 13.500 Euro gefördert wurde. Im Juli und August lieferte die Sonne fast die gesamte benötigte Energie für das Aufheizen des Duschwassers. Bei schlechtem Wetter wurde mit Gas zugeheizt, wobei Standl passen musste bei der Frage nach der Laufzeit des Brenners. Er war heuer noch nicht im Netzwerk involviert.

Ermittelt werden konnte aber der Duschwasserverbrauch, der für die dreieinhalb Monate Öffnungszeit mit 245 Kubikmetern sehr hoch ist. „Das zeigt, dass viele Badegäste die kostenlose Warmwasserdusche gut annehmen", schloss der Werkleiter daraus. Insgesamt wurden für das Freibad 14.970 Kubikmeter Wasser benötigt und damit etwa 7.000 Kubikmeter weniger als im Jahr davor. Johann Standl führte dies vor allem auf die verkürzte Badezeit zurück.


Die Solarabsorber lösten sich von den Dächern und müssen nachgebessert werden. Foto: Edthaler
 
 

„Wir als Personal des Freibads sind mit der Anlage zufrieden", fasste Standl zusammen. Mängel seien den verantwortlichen Firmen mitgeteilt worden.

Probleme bereiteten auch das Kletternetz und die Wasserwippe, die jedoch von den jeweiligen Firmen nächstes Jahr behoben würden. Die abgelösten Absorbermatten seien bereits nachgebessert worden, müssten jedoch noch einmal überarbeitet werden. Wichtig ist natürlich in erster Linie, wie die Besucher das Bad beurteilen. Auch hier hat die Bäderverwaltung Daten gesammelt.

Als positiv bewerteten die Gäste die großflächige und schöne Anlage, das Nichtschwimmerbecken mit seinen Attraktionen, den Kleinkinderbereich mit Matschplatz, den einladenden und schönen Restaurantbereich sowie die Sitz- und Liegemöglichkeiten im Beckenbereich. Auch die Familienfreundlichkeit wird gelobt.

Als negativ bewerteten die Besucher den Umstand, dass sich die Duschen im Hauptgebäude befinden, es gebe Zugluft und Einsicht durch Spiegel. Auch der Teerbelag bei den Umkleiden missfiel manchem. Schließlich wird auch noch eine zu geringe Anzahl an Umkleiden bemängelt. Hier merkte Standl allerdings an, dass sie im Normalfall ausreichen und es nur in Stoßzeiten zu Engpässen komme.

Über die Einnahmen informierte Stadtkämmerer Werner Hafner. 152.000 Euro gingen trotz der verkürzten Saison ein, im „Jahrhundertsommer 2003" waren es 120.000 Euro. Die guten Einnahmen heuer führte Hafner zum einen auf die erhöhten Eintrittspreise zurück, zum anderen auf die Neugierde, was das neue Bad alles bietet. Eine relativ geringe Rolle spielen laut Hafner die Zeitkarten. Mehr als 110.000 Euro der Einnahmen resultierten aus Einzeleintritten.

Ludwig Unterreiner (FWG-Heimatliste) wollte wissen, ob die aufgetretenen Mängel auf Kosten der beteiligten Firmen beseitigt werden. Dies bejahte Standl. Grundsätzlich meinte Unterreiner, dass man mit den Zahlen bei dem Wetter heuer mehr als zufrieden sein könne. „Das Bad ist ein Erfolg", betonte er.

Bürgermeister Josef Flatscher sah es als besonders positiv an, dass die Sonne über die Absorbermatten und die Solaranlage einen großen Teil der benötigten Energie lieferte. Grundsätzlich werde das neue Freibad fast durch die Bank sehr gelobt.

Ernst Wohlschlager (Grüne/Bürgerliste) waren die relativ hohen Heizkosten bei wenig Besuchern speziell im September aufgefallen. Er stellte die Frage in den Raum, ob man nicht bei einer andauernden Schlechtwetterperiode zusperren sollte, um Betriebskosten zu sparen. Bürgermeister Josef Flatscher verwies darauf, dass es ja ohnehin eine Schlechtwetter-regelung gebe.

Wie Johann Standl ergänzte, kam diese heuer kaum zur Anwendung, weil immer Handwerker im Bad waren. Da das Personal deshalb ohnehin auch da war, ließ man das Bad auf. Grundsätzlich sah er kaum Potenzial für Energieeinsparung, denn wenn das Wasser immer wieder neu erwärmt werden müsste, sei der Aufwand unter Umständen höher als bei einer durchgehenden Heizung.

 

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